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Neuer FDP-Stadtverbandsvorsitzender im Interview

Rainer Fischer: „Wir wollen in alle Stadtteile gehen“

 

Seit dem 14. Februar ist Rainer Fischer neuer Stadtverbandsvorsitzender der FDP. Der 67-Jährige, zuvor Geschäftsführer der Ibbenbürener Liberalen, löste Hans-Jürgen Streich ab, der nach 30 Jahren als Vorsitzender nicht wieder kandidierte. Mit dem neuen Parteivorsitzenden Rainer Fischer sprach IVZ-Redaktionsleiter Claus Kossag über die ersten 100 Tage im Amt und über Pläne der FDP für die Zukunft.

Herr Fischer, die ersten 100 Tage als FDP-Vorsitzender liegen hinter ihnen. War es bislang stressig im neuen Ehrenamt?

Rainer Fischer: Ja, es war stressig. Gerade was die Parteiarbeit angeht, gab es viele Termine und Einladungen. Da ich noch berufstätig bin, musste ich schon sondieren, was geht, wie ich das alles unter einen Hut bekomme. Und ich war überrascht vom Zuspruch, viele Leute haben mir zum Vorsitz gratuliert. Darunter auch viele, die ich noch nicht kannte, das hätte ich nicht erwartet.

Wer hat sie in der Anfangsphase unterstützt?

Fischer: Wir haben mit Heide Petzold-Merschmeyer eine neue Geschäftsführerin bestellt, von ihr habe ich die größte Unterstützung bekommen. Sie ist ja auch schon lange in der FDP tätig und kennt die Strukturen. In städtischen Fragen unterstützt mich natürlich Hans-Jürgen Streich. Aber wie er schon angekündigt hat, will er sich nicht einmischen, er regiert nicht rein.

Ihr langjähriger Vorgänger Hans-Jürgen Streich ist weiterhin Fraktionsvorsitzender. Wie läuft die Zusammenarbeit zwischen Partei und Fraktion?

Fischer: Das läuft nach wie vor gut. Schon als ich Geschäftsführer war, ist die Zusammenarbeit sehr freundschaftlich gelaufen, wir tauschen uns gut aus. Und natürlich gibt es in einzelnen Punkten mal unterschiedliche politische Meinungen. Da ich als sachkundiger Bürger Mitglied im Betriebsausschuss und Stellvertreter im Bauausschuss bin, bin ich bei den Fraktionssitzungen dabei. Und Hans-Jürgen Streich ist als Fraktionsvorsitzender kooptiertes Mitglied im Parteivorstand.

Als ein Ziel nannten sie nach ihrer Wahl die Weiterentwicklung der Stadt Ibbenbüren nach dem Ende des Steinkohlenbergbaus. Wie soll das konkret aussehen?

Fischer: Ganz konkret kann ich das noch nicht sagen. Ich bin in Essen aufgewachsen und habe erste Zechenschließungen miterlebt, der Bergbau und die Zeit danach liegen mir am Herzen. Und die Kohlekonversion ist sicherlich der größte Entwicklungspunkt in Ibbenbüren. Es gilt, Pläne für die Zechengelände zu entwickeln. Wir haben noch keine konkreten eigenen Ideen, die wir gleich vorstellen könnten, aber wir sind da auf einem guten Weg und werden uns in nächster Zeit intensiv mit dem Thema beschäftigen.

Haben sie mal irgendwann in den ersten 100 Tagen bereut, den Vorsitz übernommen zu haben?

Fischer: Nein, das habe ich nicht. Vielleicht habe ich mir ab und zu den Vorwurf gemacht, dass es nicht schneller vorangeht mit Ideen. Aber das braucht halt Zeit. Und wir sind ja eine kleine Gruppierung. Wir hatten 2017 zwar einen ganz guten Mitgliederzuwachs, auch durch junge Leute. Aber Letztere sind meistens auch in zusätzlichen Verantwortungen durch Ausbildung, Prüfungen Jobs und Familie. Damit müssen wir leben.

Welche Themen wollen sie im nächsten Kommunalwahlkampf anpacken?

Fischer: Wir wollen ab September mit einem kommunalpolitischen Forum in die Öffentlichkeit gehen. Wir wollen dazu nach und nach in alle Stadtteile gehen und mit den Bürgern über Probleme und Ideen reden. Nach der Sommerpause soll es mit diesen öffentlichen Veranstaltungen losgehen.

Darüber hinaus gibt es für uns einige wichtige Themen neben der Kohlekonversion. Dazu gehören das Aaseebad und die Frage Sanierung oder Neubau, und die Entwicklung des ehemaligen Magnus-Geländes in der Innenstadt. Die Gestaltung des Christuskirchplatzes im Großen ist ja leider gescheitert, das hätten wir gerne gesehen. Ein weiteres wichtiges Thema sind zusätzliche Kindertagesstätten, die wir noch benötigen. Wir unterstützen das.

Und das Ziel der FDP bei der nächsten Kommunalwahl?

Fischer: Wir haben derzeit zwei Sitze im Rat, drei würden wir gerne wieder erreichen, besser noch vier.

Haben sie einen persönlichen Leitspruch?

Fischer: Ja, einen Satz von Theodor Heuss: „Wir müssen den Einzelnen stark machen, damit er aus eigener Kraft etwas erreichen kann.“

Bericht und Foto IVZ- von Claus Kossag

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