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Letzte Ruhe unter Bäumen

FDP wünschen sich einen Friedwald

Die letzte Ruhestätte unter Bäumen: Auch die Ibbenbürener FDP findet Gefallen an dieser Form der Bestattung und stellte schon 2007 den Antrag an die Stadt, so einen Friedwald einzurichten. Auch die Grünen unterstützen diesen Vorschlag. Die Stadt sieht derzeit aber keine geeignete Fläche dafür.

Die letzte Ruhe an den Wurzeln der Bäume finden, mitten in der Natur. Für viele eine schöne Vorstellung. Und deshalb wirbt die „FriedWald GmbH“ in ihrem Video für die sogenannte Baumbestattung, zum Beispiel im Friedwald in Bramsche.

Auch die Ibbenbürener FDP findet Gefallen an dieser Form der Bestattung. Schon 2007 stellte sie den Antrag an die Stadt, so einen auch in Ibbenbüren einzurichten. „Friedwald ist eine neue naturnahe Form der Bestattung.“ Die Urne ist biologisch abbaubar, Grabpflege in einem Friedwald ist Aufgabe der Natur. Später unterstützten auch Bündnis 90/Die Grünen den Antrag.

„Ein Friedwald ist sehr wohl eine Bestattungsalternative, die nachgefragt wird“, sagt Hans-Jürgen Streich (FDP). 

Viele Menschen machten sich mittlerweile schon vor ihrem Tod intensive Gedanken, wie und wo sie beerdigt werden möchten. Zudem sei es ihnen wichtig, die Frage zu klären: Wer pflegt mein Grab, wenn die Kinder nicht mehr in der Nähe wohnen. „Allerdings hatten wir in unserer Naivität gedacht, das ist kein Problem in einer Stadt wie Ibbenbüren – zum Beispiel auf dem Waldfriedhof Dickenberg.“ Aber er habe das Gefühl: „Die Verwaltung will’s nicht. Da herrscht ein Denken wie vor 20 Jahren.“

Die Verwaltung prüfe die Form eines alternativen Bestattungswaldes sehr wohl, sagt Stadtplaner Uwe Manteuffel. Dazu sei aber eine geeignete Fläche nötig. „So etwas haben wir nicht“, sagt Manteuffel. Auch der Waldfriedhof auf dem Dickenberg, der zunächst in Betracht gezogen wurde, habe keine geeigneten und zu kleine Bäume. An anderer Stelle müsse wiederum eine Infrastruktur geschaffen werden mit Parkplätzen und Toilettenanlagen. Dazu müsse zudem eine Ausweisung im Flächennutzungsplan gemacht werden. „Da geht es auch um eine lange Laufzeit.“ Die Stadt als Träger sehe zudem eine weitere „Friedhofsfläche“ kritisch. „Wir haben schon erhebliche Flächenüberkapazitäten.“ Da dränge sich die Frage auf, ob es Sinn mache, ein weiteres Angebot zu schaffen. Und da wären auch noch die Personalkosten. Manteuffel: „Es gibt kein Schwarz und Weiß. Es gibt Argumente dafür und dagegen.“ Um vielleicht das eine mit dem anderen zu verbinden, werden auf dem Friedhof Nordstraße und Ledder Straße jetzt pflegefreie Baumgräber in einem Probelauf getestet, sagt Manteuffel. Ein Ergebnis gebe es vermutlich in etwa vier Monaten.

Christian Hackmann vom gleichnamigen Bestattungsunternehmen beobachtet, dass diese Art der Bestattung häufiger nachgefragt werde. Sinnvoll wäre in jedem Fall, wenn an einem Friedwald eine Kapelle wäre, meint er. Und: „Die Leute wollen nicht mehr zwei Termine“ – also Trauerfeier und Beerdigung getrennt.

Mittlerweile hat das Unternehmen „FriedWald GmbH“ 56 Standorte in Deutschland. Im Friedwald Bramsche ruhen 1687 Menschen. 3515 haben sich schon zu Lebzeiten entschieden, dort begraben zu werden. „Die Kommune muss es eigentlich nur wollen“, sagt die Pressesprecherin Corinna Brod auf Nachfrage unserer Zeitung, welche Voraussetzungen nötig sind. Für einen Friedwald sei ein gesunder Laub-Mischwald nötig, am besten mit jüngerem und älterem Bestand. Er müsse eine ordentliche Infrastruktur haben, also Parkplatz und ein paar Wege. Die Kommune werde Träger, der Friedwald werde Teil der Friedhofssatzung. Für den Betrieb seien ganz viele Konstruktionen denkbar. Oft seien es die Förster, die für den Wald sorgten und die Führungen und gegebenenfalls die Bestattungen vornehmen. In einem Ort seien es evangelische Schwestern, die die Betreuung übernähmen. Die Förster und die Waldarbeiter seien dort sozusagen für den handwerklichen Part zuständig. Anderswo seien es städtische Friedhofsmitarbeiter.

Foto: Tamas Zsebok - Fotolia

Bericht: IVZ-online

Bestattung auf Friedhöfen und im Friedwald
Sargbestattung in Ibbenbüren:

Kinderreihengrab (unter 6 Jahre) rund 1600 Euro
pflegefreies Kinderreihengrab 1600 Euro
Bestattung von Kindern im vorhandenen Erdwahlgrab: 1100 Euro
Reihengrab: 2000 Euro
anonymes Reihengrab 2000 Euro
pflegefreies Reihengrab 2000 Euro
Erdwahlgrab eine Grabstelle: 2400 Euro; zwei Grabstellen: 3400 Euro, drei Grabstellen: 4500 Euro; vier Grabstellen 5500 Euro; Bestattung im vorhandenen Erdwahlgrab 1300 Euro.

Urnenbestattung in Ibbenbüren:

Urnenreihengrab (Einzelgrab): 1800 Euro
anonymes Urnenreihengrab: 1800 Euro
pflegefreies Urnenreihengrab (nur auf Hauptfriedhof): 1800 Euro
Urnenwahlgrab (zwei Grabstellen) 3200 Euro
Wahlgrab (vier Grabstellen): 5200 Euro
Verstreuung der Asche: 1100 Euro
Urnenbeisetzung im vorhandenen Wahlgrab: 1100 Euro

Seebestattung: 320 Euro

Friedwald in Bramsche:

Hier gibt es viele Varianten. Ein Basisplatz (nicht wählbar) an einem Gemeinschaftsbaum kostet 490 Euro. Ein Familienbaum mit bis zu zehn Plätzen kostet 6350 Euro.

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