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Keine Minute langweilig

Christian Lindner zu Gast in Püsselbüren

Der richtige Ton, die richtigen Worte, der richtige Auftritt, alles passte“ – so fasste es hinter einer der vielen Zuschauer zusammen, wie er den soeben erlebten Auftritt des FDP-Bundesvorsitzenden Christian Lindner erlebt hat.

Damit dürfte er den allermeisten aus dem Herzen gesprochen haben, die Samstagnachmittag der Einladung des FDP-Kreisverbands zum Neujahrsempfang in den Saal Altes Gasthaus Wulf in Püsselbüren gefolgt waren.

Der Name Christian Lindner zog. Mehr als 350 Zuhörer jeden Alters waren gekommen. Laut Veranstalter waren davon nur die Hälfte Mitglieder. Auch viele Nicht-Mitglieder wollten offensichtlich einmal hören, für was Lindner steht. Doch zunächst gab´s Kaffee und Weggen. Mit Eintreffen des FDP-Spitzenkandidaten bei der Bundestagswahl sollte es dann politisch werden. Zuvor ließ sich der Rheinländer westfälische Schinkenschnittchen schmecken.

Dann betrat er nach Begrüßung durch den Kreisvorsitzenden der Liberalen und durch den Ibbenbürener Bürgermeister die kleine Bühne, machte von oben mit seinem Handy ein Foto vom Saal, nahm das Mikrofon in die Hand und ging wieder hinunter ins Parkett. Von oben reden, von Manuskripten ablesen – Lindner ist das genaue Gegenteil. Er sucht die Nähe und scheint sich in den Reihen der Zuhörer richtig wohlzufühlen.

Länger als eine Stunde dauert seine Rede, und keine Minute davon ist langweilig. Nie wird er laut, nie gehässig, auch nicht gegenüber den politischen Gegnern, sofern sie sich zu den demokratischen Werten bekennen. Den Bogen spannt er ganz weit. Angefangen bei den USA und Donald Trump, hin zur Europäischen Union, für dessen Einigkeit und Bestehen er Feuer und Flamme ist, bis zur Landespolitik. Als Fraktionsvorsitzender ist Lindner ganz dicht dran am Geschehen. Entsprechend sollte es nicht lange dauern, bis er, aus bekannten Gründen, den Rücktritt von NRW-Innenminister Jäger forderte. Das stand aber gar nicht weiter im Mittelpunkt. Seine inhaltlichen Akzente setzte er auf Themen, die sehr viel näher am Zuhörer sind: Bildung, Anschluss an technische Neuerungen und natürlich das liberale Grundcredo, die soziale Marktwirtschaft. Auf diesen Gebieten sieht er den entscheidenden Handlungsbedarf: weil, seiner Meinung nach, der Staat dem Bürger viel zu sehr in die Taschen greift und auch sonst zu nahe rückt; weil die Schulen nicht den Anforderungen im digitalen Zeitalter genügen; und weil Deutschland beim Anschluss ans schnelle Netz sträflich hinterherhinkt. Es seien nicht die Straßenlöcher, die ihm Sorge bereiten, sondern die Funklöcher.

Der Applaus zum Abschluss ist nicht überschwenglich, aber herzlich. Wer dabei war, nimmt ganz viele politische Anregungen mit, über die es nachzudenken lohnt.

Bilder und Berich von Stephan Beermann

IVZ- Online

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