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Breiter Konsens gegen Fracking

 

Die Bürgerinitiative gegen Gasbohren im Tecklenburger Land hat am Dienstagabend zu einer Diskussion über Fracking in die Familienbildungsstätte Ibbenbüren eingeladen. Eine Filmeinspielung machte deutlich, in welchem Maße große Unternehmen Lobbyarbeit betreiben.

IBBENBÜREN. Die Interessengemeinschaft gegen Gasbohren im Tecklenburger Land (IGTL) gibt es seit Juli 2015. Am Dienstagabend hatte die Bürgerinitiative zu einer Diskussion über Fracking in die Familienbildungsstätte Ibbenbüren eingeladen. Das Sprecherteam hatte die Kreistagsmitglieder Heike Cizelsky (CDU) und Martina Kamphues (SPD) aus Westerkappeln sowie Helmut Fehr (Bündnis 90/Die Grünen) aus Greven nach Ibbenbüren geholt, um mit etwa 40 Teilnehmern der Versammlung das Thema zu erörtern.

Eine Filmeinspielung machte klar, in welchem Maße große Unternehmen Lobbyarbeit betreiben und wie sie versuchen, Bundestagsabgeordnete in ihren Entscheidungen zu beeinflussen. Heike Cizelsky gab einen Einblick in die Entwicklung seit 2010, als das Thema im Kreis Steinfurt erstmals auf der Tagesordnung stand. Heute gebe es einen breiten Konsens in allen Parteien, dass Westfalen Fracking nicht haben möchte.

Die Gasförderung sei in dieser Form viel zu gefährlich und außerdem überflüssig, stellte Martina Kamphues fest. Es stünden ausreichende Mengen erneuerbarer Energien zur Verfügung. „Wir brauchen fossile Energieträger nicht“, bestätigte Ernst Goldbeck, Sprecher der Initiative. Es sei eine Risikotechnologie und längst nicht umfassend erforscht, ergänzte Helmut Fehr die Ausführungen. Er lobte ausdrücklich Bürgerinitiativen, die Entwicklungen in Politik und Gesellschaft aufmerksam beobachteten. Mark Stöppeler (FDP) sprach sich wegen möglicher Verseuchung der Wasservorräte ebenfalls gegen Probebohrungen aus.

Befürworter der Technologie meldeten sich an dem Abend nicht zu Wort.

In der Diskussion fragte Robert Eickel aus Hörstel nach der Qualifikation der Abgeordneten für derart komplexe Fragen. Es gebe Sachkunde in allen Fraktionen und die Politiker informierten sich umfassend über anstehende Probleme, entgegnete Fehr.

Ulrich Jaroschek aus Westerkappeln wollte wissen, warum die Politiker Fracking nicht einfach verbieten. Martina Kamphues verwies auf gesetzliche Bestimmungen, die nicht ausgehebelt werden könnten. Es sei Bundesrecht, die Länder könnten dazu keine eigenständigen Entscheidungen treffen, hob Dr. Marc Schrameyer hervor. Das Bundesberggesetz müsse geändert werden, forderte Ernst Goldbeck. Ein Problem sei, dass sich die Große Koalition nicht ausdrücklich gegen Fracking ausspreche und es dazu in den Bundesländern unterschiedliche Auffassungen gebe.

In der Beratung wurden verschiedene Methoden vorgestellt, mit denen die Bevölkerung Informationen erhalten und sich aktiv in den Prozess einschalten kann. Plakate, Abstimmungen im Internet, Vernetzung in sozialen Medien oder eine Postkartenaktion waren einige Ideen. Heinrich Bartelt, einer der Sprecher der Interessengemeinschaft, plädierte zudem für eine Kreisenergiekonferenz.

Bericht Bild Clip IVZ-online.de

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